Lackier-Technik

Wer kennt das nicht: Durch das häufige Anfassen der Loks wird die Farbe immer dünner, bis dann schließlich das Gußgehäuse zum Vorschein kommt - oder: Eine Weiche falsch gestellt und schon hat man den nächsten Macken im Lack der Lok. Und dort, wo das Grund-Material frei liegt reagiert es mit dem Luftsauerstoff und es entstehen Narben. Sieht unschön aus.
Ärgerlich aber nicht zu ändern? Doch!
Durch einen Lackierprofi bin ich auf die Lösung gestoßen worden: Eine Grundierung, die selbst mit Nitro-Verdünnung oder anderen aggressiven Lösungsmitteln nur schwer wieder zu entfernen ist. Und sie läßt sich sowohl auf Guß, als auch auf Kunststoff-Oberflächen verwenden.

grundiertes Gehäuse einer Br42

Die Grundierung läßt sich sehr dünn mit der Airbrush auftragen, so daß keine Oberflächendetails verlorengehen. Allerdings wären auch die vorher angesprochenen Vernarbungen zu sehen. Die Oberfläche sollte also vorher geglättet werden. Nach dem Trocknen wird sie bei ca. 80°C eingebrannt und verbindet sich dabei mit der Oberfläche des Materials (zu erkennen an der Farbveränderung). Ein Abplatzen ist so (fast) ausgeschlossen.

das Gehäuse nach dem Einbrennen

vor dem Einbrennen

Nach dem Grundieren spritze ich dann die Farbe auf. Der Untergrund nimmt die neue Schicht gut auf. 2-3 dünn gespritzte Schichten sind dabei besser als einmal dick aufgetragen. Sollte dennoch mal was verlaufen kann man die Farbe wieder entfernen, ohne dass die Grundierung dabei mit abgeht.  Und nach etwa 20-30 Minuten ist die Farbe grifffest trocken und überlackierbar, bzw. kann abgeklebt werden, um weitere Farben aufzutragen.

nach dem Einbrennen

Hier noch ein Bild einer V60 von Fleischmann. Nach dem Lackieren der Gehäusefarbe habe ich die Details mit einem Lackstift ausgearbeitet und das gesamte Gehäuse zum Schluß mit 2 Schichten Klarlack überzogen. Dadurch wird verhindert, daß die Farbe an den erhabenen Stellen durch Anfassen der Lok Schaden nimmt. Diese Lok hatte ich üblem Zustand gefunden und wieder restauriert. Da ich sie auf TE-Gleisen nicht einsetzen konnte, ging sie über Ebay weg.

V60 von Fleischmann

Hier noch ein paar Beispiele:

V100 in blauV200 in den Farben der Griechischen StaatsbahnV36 als Gleisbau-Lok
Donnerbüchse in Schmalspurbahn-Optik

Bei Plastikteilen entfällt das Einbrennen natürlich, sie würden sonst Tropfenform bekommen. Ist hier aber auch nicht nötig, da die Grundierung sehr gut auf dem Material haftet. Die Donnerbüchse war ursprünglich mal grün (ich hatte drei Stück mal auf einem Flohmarkt erwischt) und sah ziemlich übel aus. Den Gelb- und Rotton habe ich mir nach einer Farbvorlage (Schmalspurbahn) gemischt, das Grau des Daches war eine Standardfarbe vom Baumarkt, stimmte aber mit der Vorlage überein.

Mit Ausnahme der Grundierung verwende ich ausschließlich Farben auf Wasserbasis. Die lassen sich gut mischen, leicht verdünnen, greifen Kunststoffe nicht an und das Reinigen der Arbeitsmaterialien ist einfach. Sie sind wesentlich billiger als Spraydosen und sparsamer zu verwenden.

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