|  |  | | Von oben betrachtet sieht das eigentlich gar nicht so instabil aus. Dreht man die Sache aber um und guckt mal von unten, wird’s deutlich: Die Bleche sind mit Laschen befestigt. Ausgerechnet an der schmalsten Stelle der ganzen Konstruktion wurden noch mal zwei Kerben für die kleinen Laschen angebracht. Das ist ja quasi wie eine Sollbruchstelle. Bei der Materialstärke und Breite der Zungen hätte man da durchaus etwas großzügiger sein können. Und der Kunststoff als Trägermaterial für die Kontaktbleche ist auch nicht grade der stabilste. |
|  |  | | Alle Reparaturversuche des Vorbesitzers waren wohl gescheitert, wie man auf dem Bild gut erkennen kann. Die Bemühungen, die Bruchstellen zu kleben sind ebenso mißlungen, wie die offensichtlich angewendete “Wärmebhelandlung”. Eine der beiden Zungen war deutlich verschmort. Auch das Kontaktblech war nicht mehr zu gebrauchen Glücklicherweise lassen sich die Kupplungen recht einfach in ihre Einzelteile zerlegen, so daß wenigstens die beiden Querträger unangetastet und die Haltestifte noch vorhanden waren. |
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 |  | | So, nun versuche mal jemand heutzutage noch so ein Ersatzteil zu bekommen! Die Teile waren schon zu Zeiten, als Trix noch existierte und diesen Triebzug herstellte ständig ausverkauft, kein Wunder bei der Stabilität! In einer späteren Version des Zugsets wurden die Verbindungen ja auch neu konstruiert. Alle Anfragen bei Trix-Kollegen blieben erfolglos, im Gegenteil, wenn ich fündig werden sollte, möge man sie doch bitte informieren... Ich war also nicht der Einzige mit diesem Problem. Nach einem halben Jahr bin ich dann endlich bei ebay fündig geworden: Drei Kupplungen wurden versteigert. Die Nachfrage bei diesen Auktionen war aber immens groß - über 50 Bieter auf jedes Ersatzteil! - und folgerichtig lag dann der Endpreis auch immens hoch. Die drei Kupplungen waren zusammen mehr als dreimal so teuer, wie mein ganzer ET87! Bei einer der Auktionen habe ich dann aber doch zugeschlagen, auch wenn’s weh tat. Aber ich brauchte das Teil. Als Muster zum Nachbau. |
 | | |  | | Arbeitsmuster, noch ohne stromführende Bleche |
|  |  | | Und nach vielen Stunden Materialsuche, Vermessen, Zurechtfeilen, Ausprobieren, wieder Verwerfen und neu Anfangen ist das erste brauchbare Teil herausgekommen. Die Zungen sind insgesamt dicker und breiter als beim Original. Alle Maße sind aber so gewählt, daß die Beweglichkeit der Zungen im eingebauten Zustand der des Originals entspricht. Es gibt also in R1-Radien und Weichenstraßen keine Probleme. Da ich nun keine Lust habe, mich jedesmal stundenlang hinzusetzen und mühsam den ganzen Mist herauszufeilen, habe ich mich dazu entschlossen die Teile von einer Firma im Nachbarort per Lasertechnik nachmachen zu lassen. Nur den Quersteg braucht man nicht, der ist in aller Regel nicht bruchgefährdet. Es reicht vollkommen aus, die beiden Zungen zu wechseln (auch wenn ich den vorderen Querträger mal mit angefertigt habe). |
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 | Also habe ich die Teile ausgemessen und in ein CAD-Programm übertragen. Nach dieser Zeichnung sind dann die Rohteile galasert worden. Die Musterstücke sind noch ohne Bleche abgebildet. Diese bestehen beim Nachbau aus Federbronzeblech, wurden ebenfalls gelasert und mit 2-Komponenten-Kleber befestigt. Das verleiht der ganzen Konstruktion eine zusätzliche Festigkeit. Weil auch die Materialstärke vergrößert wurde, ist der elektrische Kontakt der beiden Stifte in der Halterung zu den Blechen sicherer, weil der Anpressdruck etwas höher ist. |
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