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 |  | | Und immer wieder das Problem: Fast alle Loks laufen zu schnell! Aber der “Expressianer” kennt das ja und stellt sich darauf ein. Der Hintergrund: Eines schönen Tages rief mich jemand ganz verzweifelt an. Er erzählte mir, daß er eine unbenutzte, neuwertige BR18 erstanden hatte und diese natürlich gleich ausprobieren wollte. Die lange Liegezeit hatte dazu geführt, daß die Lok sich anfangs etwas schwer tat, aber mit der Zeit gab sich das - und zwar mehr oder weniger schlagartig. Die Folge davon war, daß sie bei voll aufgedrehtem Trafo in der nächsten R1-Kurve aus selbiger rausflog und nach einem unkomplizierten Flug aus 1,3 Metern Höhe unvermittelt auf dem Fließenboden aufschlug. Daß dies für die Lok nicht ohne Konsequenzen abging, dürfte klar sein -Gehäuse verbeult, Treppen abgebrochen, etc. Sehr ärgerlich!. Nun experimentiere ich ja schon länger mit Übersetzungsänderungen gerade bei der BR18 und BR01. Herausgekommen ist dabei der Riemenantrieb. Den Umbau kann aber nicht jeder selbst machen. Deshalb mußte da was anderes her. Etwas, was jeder halbwegs handwerklich Begabte, der einen Schraubendreher halten und benutzen kann, auch selbst hinbekommt. Beim Riemenantrieb war es ja nun so, daß neben der Schneckenwelle auch die Schneckenräder gewechselt werden mußten. Dafür braucht man aber Spezialwerkzeug - Abzieher und Aufpressvorrichtung. Für den Tausch der Schneckenwelle braucht man aber nur einen Schraubenzieher! Da lag also die Lösung. Wie reduziert man aber nun die Übersetzung alleine an der Schneckenwelle? Die Antriebsschnecken haben 4 ineinander liegende Gewindegänge und die Schneckenräder sind vom Winkel der Verzahnung daran angepasst. Bei anderen Loks -wie z.B. der V100 habe diese Schnecken gegen 2-gängige ausgetauscht, mußte aber auch da wieder die Schneckenräder wechseln, wegen der Verschränkungen. Mit 2-gängigen Schnecken ist die BR18 aber zu langsam geworden. Der Kompromiss: Schnecken mit 3 Gewindegängen. |
 |  | | Und das Beste von Allem: der Umbau ist denkbar einfach. ABER !!! Vorraussetzung dafür ist eine gut gepflegte Lok, bei der alles in Ordnung ist. - Radscheiben und Radversatz richtig eingestellt? - Getriebeteile regelmäßig gereinigt und geschmiert? Viel zu oft haben die armen Dinger über Jahre im Keller oder auf dem Dachboden zugebracht, nachdem die lieben Kleinen (oder auch man selbst) die Lust verloren haben. Teppichflusen und das Fell des Haustieres sind immer noch um die Achsen gewickelt? Das Schmiermittel hat mittlerweile die Kosnistenz von Pattex? Da hilft auch der Wechsel der Welle nichts. Das muß vorher behoben worden sein! |
 |  | | Aber jetzt zum Umbau - die Vorraussetzungen sind ja jetzt erfüllt: Schritt 1: Nachdem das Gehäuse abgebaut ist müssen die Schräubchen (1) vom Gestängeträger entfernt werden. Die Halteschrauben der Zylinder (2) werden nur gelockert. Der Gestängeträger läßt sich jetzt vom Rahmen anheben, ohne abzufallen. |
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|  |  | | Schritt 2: Schleifer und Lagerplatte entfernen. Hier sieht das ganze recht gepflegt aus. Beim genaueren Hinsehen erkennt man aber auch das Haustier-Überbleibesel ... Wurde wohl bei der letzten Revision übersehen. |
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 |  | | Schritt 3: Die Achsen werden nach unten aus den Lagern genommen und die Deckel der Wellenlager werden entfernt. Da Toleranzen nicht auszuschließen sind, empfiehlt es sich, diese zu markieren, damit sie beim Zusammenbau wieder an die angestammte Stelle kommen. Der Getängeträger kann nach oben weggeklappt werden. Damit liegt die Schneckenwelle frei und kann herausgenommen werden. |
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 | |  | |  | | | | Schritt 5: Die neue Schneckenwelle ist eingebaut und die Deckel der Welle sind wieder an ihrem Platz. Fett auch nicht vergessen? Jetzt werden die Achsen wieder in die Lager geschoben. Schon mal grob auf die Stellung der Radscheiben achten. Hier passt’s noch nicht ganz... Die Feinjustierung erfolgt, wenn die Lagerplatte wieder montiert ist. |
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 |  | | Nachdem alles wieder korrekt eingestellt und überprüft ist -klemmt auch wirklich nichts?- kann die Lok auf die Teststrecke. Das war’s auch schon. Alles in Allem wirklich kein Hexenwerk. |
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