V200 
Riemenantrieb
Ausgangszustand

Der Motor ist ausgebaut.
Das Motorlager liegt jetzt sichtbar vor uns. Unschwer zu erkennen: Eine Mischung aus Kohlenabrieb und altem Öl haben sich abgelagert.

Die Halteschräubchen des Motorlagers (4) müssen noch entfernt werden, dann kann auch die Motorhalterung rausgenommen werden.

Beginnen wir wie immer mit dem Ausgangszustand:
Nach dem Öffnen des Gehäuses sieht man den Perma-Motor in seiner Halterung. Interessant bei dieser Lok war, daß das Motor-Ritzel nicht genau am Zwischenzahnrad ausgerichtet war. Das führte dazu, daß das Zwischenzahnrad aus Kunststoff fast zur Hälfte abgenutzt war. Da ich es beim Riemenantrieb aber sowieso nicht brauche, fällt das nicht weiter ins Gewicht.

Zunächst müssen die Anschlußkabel abgelötet werden (1).
Danach werden die Schrauben (2) gelöst und man kann den Motor rausnehmen.

Motorlager
R 05

Im Lauf der Zeit haben sich Staub, Flusen und Öl / Fett abgelagert. Das kann natürlich so nicht bleiben.
Die beiden Laschen (5) halten den Getriebeblock im Drehgestell. Diese werden nun vorsichtig mit einer kleinen Zange aufgebogen. Man das etwa 2- 3mal machen, dann brechen sie unweigerlich ab. Also Vorsicht.

Nun kann der Getriebeblock rausgezogen werden. Zwischen den Kardanmitnehmern liegt ein kleiner Plastik-Stern. Diesen nicht verlieren! Fehlt er, kommt es zu häßlichen Geräuschen.

... und danach
vor der Reinigung...

Nach dem Abziehen der Radscheiben läßt sich der Getriebeblock öffnen. Und meist kommt dann eine Menge altes Fett vermischt mit Staub zum Vorschein. Diese Teile kommen also zusammen mit dem Motorlager ins Ultraschallbad (warmes Wasser und etwas Spülmittel). Nach der Reinigung sehen sie wieder aus wie neu.

R 08

Mit einem Ritzelabzieher werden nun die Kardanklaue und das Zahnrad von der Welle genommen, um die Plastik-Lagerhülsen gegen Messinghülsen zu tauschen. Die Plastikteile würden die Belastung durch die Riemenspannung nicht aushalten. Dabei ist darauf zu achten, daß die kleinen Distanzscheibchen nicht verloren gehen. Sie werden benötigt um das Axialspiel der Welle zu reduzieren.
 

Nun werden die neue Riemenscheibe und die Kardanklaue auf die Welle gepresst und zusätzlich mit Buchsenkleber fixiert. Dann kann der Getriebeblock wieder zusammengebaut und gefettet werden. Der Getriebeblock kann dann auch wieder in das Drehgestell eingebaut werden.

R 09
R 11

Der Motor mit der Schwungmasse wird im Drehgestell so fixiert, daß die beiden Riemenscheiben genau übereinander stehen. Die Riemenspannung wird durch Aufbiegen der Laschen eingestellt. Passt alles, einfach mit Sekundenkleber fixieren.
Die beiden Riemenscheiben sind so dimensioniert, daß die Höchstgeschwindigkeit etwas reduziert wird und die Lok in Kurven auch bei voller Fahrt nicht mehr rausfliegt.
Damit ist der Umbau schon fast erledigt. Nur noch das Drehgestell in den Rahmen einbauen und den Motor verdrahten - fertig.

R 12

Der Umbau erfordert etwas mehr handwerkliches Geschick, als z.B. der Motorwechsel bei einer V36. Belohnt wird man durch eine angenehme Laufruhe, guter Zugkraft und einem deutlichen Auslauf von mehr als einer Loklänge.
Wer sich das zutraut, kann von mir gerne die benötigten Teile bekommen, auf Wunsch baue ich Euch die Lok aber auch gerne um.
 

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