Tips & Trix

Wer gut schmiert...

... der gut fährt. So lautet ein altes bekanntes Sprichwort. Die Betonung liegt dabei aber auf “gut”. Und das ist auch schon das große Problem. Viele Modelleisenbahner nehmen für den leichteren Lauf ihrer Loks Öl. Sogar in den Bedienungsanleitungen von Trix ist von Öl die Rede. Dabei ist gerade das für viele Loks, insbesondere die schweren Loks, über einen längeren Zeitraum das Aus! Das Zeug kriecht nämlich nicht nur in die Lager von Motor, Zahnrädern und Achsen (wo es ja auch Sinn macht) sondern eben auch (mit der Zeit) zwischen Achse und Radscheiben, bzw. Isolierbuchsen. Und gerade dort sollte absolut kein Öl hin! Denn es sorgt dafür, daß sich bei Lastwechsel oder kurzen Spannungsunterbrechungen (DKW) die Radscheiben auf den Achsen verdrehen! Besonders bei der BR42 ist das fatal. Es führt zu einer enormen Belastung der Zwischenzahnräder und deren Führungen, wenn das Treibgestänge unmerklich aber doch mehr und mehr zu klemmen beginnt. Viele der von mir reparierten BR42 waren in einem völlig verölten Zustand und die Stellung der Radscheiben zueinander stimmte nicht mehr. Folge: Die Lager der Zwischenzahnräder und die Lager der ersten und der letzten Antriebsachse (bei den 3-Achs-angetriebenen Modellen) waren ausgeschlagen. Sogar die Abdeckplatte der Achsenlager zeigte an diesen Stellen deutliche Spuren!
Also: Finger weg vom Öl. Viel besser ist (säurefreies) Fett. Ich habe im Lauf der letzten Zeit viel mit verschiedenen Fetten experimentiert. Herausgekommen ist eine Mischung aus zwei Hochleistungsfetten die erstens da bleibt wo sie hin soll und nicht wegspritzt und zweitens temperaturunabhängig ihre Schmiereigenschaften behält. Dabei ist es für Zahnräder, Achsenlager, Motorlager und Schneckenantriebe gleichermaßen gut geeignet. Ich habe eine BR24 (grobe Schnecke) mit 10 schweren Guß-Güterwagen 8 Stunden lang auf einem leicht schräggestellten Gleisoval im Dauerbetrieb “gequält”. Es waren absolut keine Verschleißerscheinungen zu erkennen. Nur die Haftreifen waren anschließend zum Wegwerfen :-) Ich benutze diese Mischung bei allen meinen Loks seit längerem. Bisher ohne Probleme. Wie sich das Zeug im Laufe der Jahre verändert bleibt abzuwarten.

Ersatzteile:

Wer braucht nicht mal ein kleines Teil, das im Spielbetrieb oder nach “Erdkunde” kaputt- oder verlorengegangen ist. Grundsätzlich ist (fast) alles bei ebay zu bekommen. Ein Preisvergleich ist aber nützlich, sonst zahlt man schnell zuviel.
Ansonsten kann ich Herrn Jongen in Holland sehr empfehlen. Er hat für alle gängigen Loks und Wagen noch Teile auf Lager, bzw. bietet Replika-Teile an. Unter der Email-Adresse trixexpress@hetnet.nl kann mann eine aktuelle Materialliste mit Preisen bei ihm ordern.
Wenn man jedoch Ersatzteile für alte Vorkriegsmodelle sucht, wendet man sich am Besten an Herrn Nowack. Auch er verschickt unter der Email-Adresse Franz.Nowack@t-online.de auf Anfrage eine aktuelle Liste. Er fertigt Nachguß-Teile an.
Wenn man die entsprechenden Maschinen besitzt, kann man sich einige Teile auch selbst herstellen. Ich drehe mir z.B. Puffer oder abgebrochene Schornsteine, Antriebsschnecken, Lagerschalen, ...  auf meiner Drehbank selbst. Neue Zwischenzahnräder für die BR42 sind ebenfalls machbar.

Achslager, Lager der Zwischenzahnräder

Das ist nur was für “Profis”. Hier braucht man die genauen Maße der Abstände zueinander, sonst klemmen die Kuppelstangen der Dampfloks, bzw. die Zahnräder gegeneinander. Ausserdem ist das nur mit Maschinen zu bewältigen, die eine Feinjustierung im mindestens 10tel Millimeter Bereich zulassen. Ich arbeite mit einer Rotwerk-Bohr-Fräse einer Proxon-Fräse und einer Feinmechaniker-Drehbank. Die nötigen Drehstähle hab ich mir selbst geschliffen. Mit den handelsüblichen Drehstählen kommt man in dem Bereich nicht weit. Beim Erneuern der Achsenlager meiner BR42 habe ich zusätzlich noch eine Messuhr verwendet, damit die Achsen absolut 100%ig in der Flucht liegen, sonst kippelt die Lok.

BR42-Rahmen  mit neuen Lagerschalen

Der Rahmen einer BR42 mit neuen Lagern: hier ist Arbeiten im 100stel Millimeterbereich notwendig

Mabuchi-Motoren
sind die ideale Ergänzung einer neu rekonstruierten Lok. In Verbindung mit einer Schwungmasse verleiht er den Loks zeitgemässe Fahreigenschaften und schont die Mechanik..
Ein fast geräuschloser Lauf, gute Zugkraft und die Tatsache, daß er bereits bei 0,5 Volt anläuft, machen ihn zum absoluten Muß! Ich habe alle meine Loks umgerüstet und möchte nicht wieder auf den alten Perma-Motor zurückgreifen müssen.
Diese Entwicklung stammt von Heiko Mehnert.

Probleme mit einer Lok?

Sollte jemand Probleme mit einer Lok haben und nicht weiter wissen, dann schick mir einfach eine Mail. Auf der Kontakt-Seite habe ich ein Formular bereitgestellt. Beschreibe das Problem möglichst genau. Ich werde dann versuchen erst einmal Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Sollte das nicht funktionieren kannst du mir die Lok nach Absprache auch zuschicken. Gegen Erstattung der Unkosten und einer kleinen Aufwandsentschädigung bringe ich die Lok wieder zum Laufen. (Bitte die Seite “Hinweise” genau beachten!).
Da ich seit einiger Zeit im Vorruhestand bin habe ich genügend Zeit und kann die Reparaturen recht schnell durchführen.

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